Mittwoch, 17. April 2013

Mae Hong Song & Pai (4.4. - 7.4.13)


Am Morgen tuckerten wir gemütlich zum Flughafen in Chiang Mai mit dem Ziel, Mae Hong Son mit NokAir anzusteuern. Bereits beim Check-in kam dann aber die unerwartete und höchst professionelle Mitteilung der Nok Air Angestellten, dass sie nicht wissen, ob der Flug durchgeführt werden könne. Wieso? Wegen Nebel!  Wers glaubt wird selig. Alles andere war den Angestellten effektiv scheissegal.
Wir klammerten uns an der Hoffnung fest und siehe da auf dem Bildschirm erschien nie „Flight cancelled“. So wanderten wir zum Gate, wo ein ungehobelter Flegel mit breitem Grinsen im Gesicht uns mitteilte, dass der Flug nun doch abgesagt wurde. So wie der Typ lachte, dachten wir, wir hätten irgend ein grosses Los gezogen. Der Blick auf den Bildschirm zeigte unglaublicherweise immer noch den Status „Check-in“, nix von “cancelled“. Ab jetzt die Story von Michael:

„Ich verlor beinahe komplett die Fassung. Einfach den Flug absagen und die Gäste nicht informieren! Geht gar nicht, absolutes No-Go, völlig unprofessionell! Und dann noch diese Visage dieses Dreikäsehochs. Schnurstracks musste ich zum Nok Air Schalter, wo dann natürlich ganz dicke Luft war. Das Schicksal der gestrandeten Fluggäste interessierte rein gar niemanden von Nok Air. Das Geld wollten die Pfeiffen erst nach 45 Tagen zurückzahlen. Die letzte Zurückhaltung wich masslosem Ärger, das Fass war komplett am Überlaufen, ich wäre am liebsten in das kleine Häuschen geklettert und denen mal gezeigt was sich gehört und wo der Bartli den Most holt. Und dies im Land des Lächelns und Gastfreundschaft.“

Nun standen wir also da und eins war sicher: Mit Nok Air fliegen wir nie mehr im ganzen Leben! Die rund sieben stündige Fahrt mussten wir also unausweichlich auf vier Rädern antreten, aber auch das war nicht ganz einfach. Taxi hier, Taxi dort, obermühsam. 

 
 
  
Nein, das Taxi ist 1. zu klein und 2. stellen wir das Gepäck nicht auf das Dach ohne Befestigung

Nach langem hin und her – Michael verlor nochmals das Gesicht – fanden wir schliesslich das geeignete Gefährt mit dem passenden Fahrer. 1‘864 Kurven und einiges an Bergauf und Bergab warteten auf uns! In TGV Atlantique Manier, wie auf Schienen, fuhr der Typ in seinem fahrenden Technologiezentrum um die Kurven und brachte uns sicher nach Mae Hong Son bevor es eindunkelte. Einige waren wohl froh, die Fahrt überlebt zu haben.

 
Zwischenstopp...dunstiger Himmel...Brandrodungen überall


 
 
die 987ste Kurve
 
 
 Nach der überaus ausführlichen Erklärung der Bungalows im Gims Resort – wie man das Licht anstellt, beim TV lauter und leiser dreht etc – machten wir uns mit dem kleinen Pick-up auf den Weg ins Zentrum des kleinen Mae Hong Son. Auch abends herrschte noch eine unglaubliche Hitze und in der Luft hingen die Rauchschwaden der Brandrodungen. Teilweise sah man die Rodungen am Aufglimmen der Glut auf den Hängen.
 
 
Gims Resort...Blog schreiben
 
 
auf dem Pick-up ins Städtchen fahren...heisse Luft wehte uns entgegen
 
 
Freude herrscht!!!
 
 
Nach einem gemütlichen Abendessen mit bezaubernder Kulisse - direkt am See wo sich die Beleuchtung der Tempel wunderschön im Wasser spiegelte – war dann nach dem obligaten „Hose-abe“ auch bereits Lichterlöschen angesagt.

 
Wat Chong Kham & Wat Chong Klang

Als wir am nächsten Morgen aufstanden, waren die vier Mitglieder der älteren Generation bereits auf dem Elefanten-Trip. Wir mieten uns einen kräftigen Roller und checkten Mae Hong Son und die Umgebung aus. Viele eindrückliche Tempel, berauschende Landschaft und eine völlig überflüssige Schlammpackung waren das Ergebnis.





 
die beiden Tempel bei Tageslicht



 
Mae Hong Son Stadion

 
erfolgreiche Trockenübung




 
Nichts Neues im Norden: Abwaschen & Putzen ist einfach nicht die Stärke der Thais
 

 
 
 






 
Aussicht auf Mae Hong Son vom Gelände des Wat Phra That Doi Kong Mu



 
 
Den Abend verbrachten wir alle zusammen in einem einfachen, aber sehr feinen Local-Restaurant wieder beim See. Exzellente Küche, superfreundliche Angestellte, absolut top. „Hose-abe“ , Füürobe Bier und dann ab in die Heia.

 
Da wird der Becher noch ordentlich gefüllt!

 
Salween Restaurant direkt am See mit Sicht auf die beiden birmanischen Chedis
 

Am Morgen fuhren wir mit dem Minivan nach Pai, wo wir im wunderschönen Baan Tawan  leider nur eine Nacht verbrachten. Die Unterkunft nennt sich zu Recht Boutique Hotel. Gerne wären wir alle noch ein bisschen länger geblieben.

 
Baan Tawan

 

Pai selbst ist ein gemütliches Städtchen mit unglaublichem Flair und einer sagenhaften Atmosphäre. Viele hübsche, charmante, einladende, gepflegte Restaurants, Bars und kreative Boutiquen ziehen den Reisenden hier in den Bann. Die Angst, dass hier nur die Extremtraveller (verfilzte Haare, nur ein Paar Unterhosen, Geld und Arbeiten ist so oder so scheisse und ich laufe nur barfuss rum) tummeln, ist völlig unbegründet, auch wenn man diesen Eindruck von diversen Reiseführern gewinnen könnte.









 
sogar ein Cornet gibt's in Pai


 
...und die eine oder andere Rastafari-Bar gibt es auch!
 

Vom Ambiente liessen wir uns sofort anstecken und schoben mal alle „kulturellen Verpflichtungen“ beiseite und chillten in den Bars und Kaffees. Das Städtchen lässt sich optimal mit dem Velo Erkunden. Abends kann lange das Nachtleben geniessen, in Mae Hong Son ist man nämlich schon bald mal der einzige auf der Strasse.
Gemeinsam bestiegen vom schlechten Gewissen getrieben die 353 Stufen zum Wat Phra That Mae Yen, von wo man eine prima Aussicht geniessen kann. Im „Witching Well“ liessen wir den Abend ausklingen. Natürlich spielten wir noch ein „Hose-abe“ auf dem Balkon, tranken ein kühles Bier und genossen die warme Nacht.


 
353 Stufen Aufstieg zum Wat Phra That Mae Yen
 





 
Aussicht auf Pai...dunstig dank der vielen kleinen Pyromanen




 

 
Pai wartet mit vielen Bars auf






 
Im "Witching well"




 

 

Noch ein paar Empfehlungen am Schluss. Die Reise in den Norden sollte man vor Mitte März unternehmen, nämlich bevor die ganzen Brandrodungen beginnen und sich der Himmel grau verfärbt und überall ein Dunst in der Luft liegt. In Mae Hong Son unbedingt einen Roller mieten. Ansonsten wird eine Besichtigung des Städtchens und der Attraktionen sehr schwierig. Ins Gims Resort würden wir wieder gehen. Bitte nicht mit Nok Air fliegen, es fliegt auch eine andere kleinere und viel sympathischere Gesellschaft.
In Pai muss man wohl schon ein paar Nächte einkalkulieren, nicht unbedingt wegen der Sehenswürdigkeiten, viel mehr aber um die Stimmung von Pai aufzuschnappen. Unterkünfte gibt es wie Sand am Meer. Auch sehr stillvolle Boutique Anlagen gibt es zu Budgetpreisen, so z.B. das Baan Tawan. In Pai gibt es auch einen Flughafen. Ansonsten einfach sich treiben lassen und geniessen und entspannen.

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