Dienstag, 8. Oktober 2013

Raja Ampat (22.9. - 28.9.13) "Unterwassermärchen & ein Heiratsantrag"

Raja Ampat (heisst auf indonesisch "vier Könige"). Ein wahrgewordener Traum. Destination der Superlativen.
Sagenumworbener Ort von erhabener Schönheit. Naturbelassen mit nur wenigen Touristen. Fantastische und einmalige Unterwasserwelt. Verlassene Traumstrände. Einfach nur WAU!



Raja Ampat!! Paradies!!!

 




Natürlich stand Raja Ampat ganz oben auf unserer Wunschliste, dass wir es aber tatsächlich bis hierhin schaffen, hätten wir nicht gedacht. Ein Produkt des Zufalls. Glück für uns!

Wir standen also am mit Renée und Joris am Pier in Waisai und warteten auf die Leute vom Kordiris Homestay, die uns abholen sollten. Am Pier lernten wir auch noch zwei schräge und relativ verkorkste Deutsche kennen, die sich dann ebenfalls dazu entschieden mit uns ins Kordiris zu gehen.
Nach einer unnötigen Warterei von 1.5 Stunden und einer ebenso unnötig langen Bootsfahrt mit einem höllischen Umweg, da noch Benzin beschafft werden musste, erreichten wir unser Homestay nach dem Eindunkeln. Bereits die Fahrt im Dunkeln offenbarte uns den Eintritt in eine andere Welt. Am Bug des Schiffes leuchtete die Gischt. Plankton überall. Wir konnten es nicht fassen. Ein Schauspiel der Natur der Extraklasse!




die Ausdünstung von Jasper dem Deutschen war nicht mehr ganz einwandfrei



Raja Ampat ist ein wahrer Archipel. Mehere Inseln bilden die bezaubernde Kulisse für das andächtige und eindrückliche Schauspiel der Natur. Unser Homestay befand sich auf Pulau Gam, eine der nächstgelegenen Inseln zum Hafen von Waisai.

Wir vier teilten uns ein Bungalow mit separaten Räumen. Alles sehr rustikal und simpel. Das gemeinschaftliche Bad war mit der klassischen Kesseli-Dusche ausgestattet und natürlich wartete im Scheisshaus ein WC im Indonesian-Style. Einfach aber sauber. Mehr braucht es hier wirklich nicht.

Das Z'Nacht fiel wie erwartet sehr bescheiden aus. Ein bisschen Reis, Nudeln und Gemüse und ein paar kleine Fischchen brachten unsere Gaumen nicht gerade zum Lachen.
Das Essen spülten wir mit ein paar Bechern mit nach Rauch riechendem Wasser (da abgekocht) und zum Glück noch einige mit von uns mitgebrachtem Rum und Whisky runter.

Am Morgen staunten wir nicht schlecht als wir das Homestay bei Tageslicht erblicken! Eine Perle. Wunderschöne Verzierungen dekorierten die schöne Umgebung. Ein Traumstrand lud zum Verweilen ein. Prächtig...







 







a good place to eat


unser Gemeinschaftsbad
 



Dusche? Dusche!




Das Frühstück war ein regelrechter Totalausfall. Ohne unsere mitgebrachte UHT Milch, die Corn Flakes und die Früchte wären wir massiv aufgeschmissen gewesen. Das sollte dann auch für die verbleibenden Tage so bleiben.


der manchmal etwas wirre, aber nette Cornelius
 





Rasur am Strand...fast fertig

Kurz nach dem Frühstück machten wir uns auf zum ersten Schnorchel- resp. Tauchausflug mit dem kleinen Boot. Die ganze Pracht Raja Ampats entdeckten wir während der Bootsfahrt. Ein Naturspektakel.
Der Tauchgang entpuppte sich wortwörtlich als ein Eintauchen in eine ganz andere Welt. Fische soweit das Auge reicht, unzählige Spezies. Grosse Fische wie Haie, Barrakudas, Makrelen überall und natürlich eine riesige Bevölkerung an kleinen farbigen Fischen. So viele Fische haben wir noch nie auf einmal gesehen. Wunderschöne Unterwasserszenen in Raja Ampat. Korallen in einer Vielfalt und in einem so guten Zustand, wie wir es nicht für möglich gehalten hatten und oh wunder, kein Abfall schwimmt im Wasser. Was für ein Glück...








Ein spektakulärer Tag verdient auch einen würdigen Abschluss. Joris plante für Renée einen Heiratsantrag. Passssst!
Wir leisteten auf Joris Wunsch ein wenig Unterstützung, ein Herz aus Kerzen in der Mitte der berüchtigte Ring, während die nichts ahnende Renée mit Joris einen kleinen Strandspaziergang vollführte und tausende von Sternen bestaunte.
Gott sei Dank sagte Renée "Ja", was wir auch gebührend feierten. Schön, an einem solchen Moment teilhaben zu dürfen!


Glücklich im Paradies I: Renée & Joris


Glücklich im Paradies II
 

 

Am nächsten Tag brachte uns Cornelius, der Papua Mensch und Homestay Besitzer gewaltig auf die Palme als er für einen Tauchtrip zu einer ein wenig weiter entfernten Insel 500$ verlange (für zwei Personen). Das ist mehr als ein Jahressalär hier. Die Stimmung kippte bei uns vieren von einem extrem ins andere. Wir waren echt stinkig und wollten nur noch weg hier, denn trotz aller Schönheit, verarschen lassen wollten wir uns sicherlich nicht. So packten wir unsere sieben Sachen und machten uns per Boot auf die Suche nach einer neuen Bleibe. Leider fanden wir sonst nur überteuerte Bruchbuden, so dass wir drei Stunden später unsere Sachen wieder im Kordiris einpufften.

Nachdem wir aber eindeutig mitgeteilt hatten, dass diese Abzockversuche eine Riesensauerei seien und das drastische Konsequenzen haben könnte, da die Besucher ausbleiben könnten, verbesserte sich immerhin das Essen merklich. Natürlich verlor Michael erneut mehrmals das Gesicht, das emotionale Gemüt und die Qualität des Essens gingen nicht unbedingt Hand in Hand. Zwar mussten wir noch einen Abend darben bis es wirklich zu einer merklichen Besserung kam, dafür veranstalteten wir aber ein Höllenfest auf unserer Terrasse. 
Joris und Michael stürzten sich zu später Stunde noch ins Meer. Das Plankton leuchtete beim Schwimmen. Märchenwelt.

Am nächsten Abend wurden dann aber Lobster und fette Tunas aufgetischt. Geht doch! Fehlt nur noch das kalte Bier oder gar ein Tröpfchen Wein...



Nach dem Essen wurde der Rum und der Whisky ausgepackt






Die nächsten Tauchgänge waren leider eher ein Flop, denn Cornelius war ein ziemlich unerfahrener Taucher. Zudem sprach er kein Englisch und wir kein Indonesisch, was die ganze Sache auch nicht gerade vereinfachte. Zwei Tauchgänge brachen wir ab, da die Sicht äusserst begrenzt war. Dass Ebbe und Flut die Sicht in planktonreichen Wasser die Sichtverhältnisse positiv oder negativ beeinflussen können, war für Cornelius neu. Tauchen machte so keinen Sinn mehr, was wir sehr bedauerten, wir aber nicht ändern konnten. Schon gar nicht nach dem Telefonat mit dem italienischen Instruktor Enzo (Besitzer der "Tauchschule" hier) der in Bali weilte und wohl schon als Arschloch zur Welt gekommen sein muss.
So begrenzten wir uns aufs Schnorcheln. Das tat dem Wau-Effekt aber überhaupt keinen Abbruch. In seichtem Wasser (40cm) schwimmt man als Schnorchler schon mal mit einer Gruppe Riffhaie. Generell wähnt man sich in einem Aquarium, einfach mit vieeeellll mehr Fischen.


Agent für Bekämpfung von Sauereien und wahrscheinlich korrupter Regierungsbeamter
 


Das Dorf Sauwandarek









 

Die wenigen Tage in Raja Ampat waren leider viel zu schnell zu Ende. Mit Renée und Joris erlebten wir viele spassige Stunden. Wir lachten uns regelmässig einen ab und krümmten uns ab all dem Blödsinn, der uns einfiel. Herrlich. So muss es sein! La vie est belle!


Papua-Style in Sauwandarek



Bevor Joris und Renée auf die Kei Islands und wir ins stinkige Jakarta flogen, verbrachen wir noch einen letzten Abend in Sorong bei Fisch und Bier bevor sich unsere Wege früh am nächsten Morgen in Ambon trennten.
Wir verliessen Raja Ampat mit der leisen Vorahnung, dass wir hier nicht das letzte Mal waren...

Raja Ampat in einem Blog beschreiben ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die Intensität der Eindrücke lassen sich nur schwierig in Worte fassen. Raja Ampat muss man erleben. Vielleicht helfen die Fotos, unsere überschwängliche Begeisterung begreiflich zu machen.
Unser Homestay war mit 30$/Person pro Nacht doch etwas teuer, da der Food wirklich etwas gar lausig daherkam. Natürlich wurden wir dafür mit einer grossartigen Kulisse entschädigt.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Vielleicht solltest Du doch Urlaub auf dem "Ballermann" machen,da musst du dann nicht diese furchtbaren überteurten Unterkünfte auf so weit entfernten Inseln buchen, bei diesen furchtbaren "Papua-Menschen", wie Du sie bezeichnest. Scheint so, als hättest Du nichts, aber auch gar nichts von Indonesien, Raja Ampat und der Alltagsrealität der Einheimischen begriffen. Billigurlaube mit Vollpension gibt's auch in Europa. Wegen Leuten wie Dir hoffe ich, das RAja Ampat richtig teuer bleibt bzw. wieder wird, damit Honks wie Ihr draussen bleibt.