Dienstag, 27. August 2013

Tomohon (13.8. - 16.8.13) "kalte Eier & gerösteter Hund"

Nach der kurzen Reise mit dem Miniholzboot von Bunaken in Richtung Manado bestand das vordringlichste Ziel im Auftreiben eines Taxis für die Fahrt nach Tomohon. Natürlich mussten wir auch noch zehn Millionen Rupien Cash (rund 1‘000 Stutz) aus den armseligen Bankomaten pressen. Da wir für jede Transaktion 4.- bezahlen, suchten wir einen ATM dessen Maximalausgabe möglichst hoch liegt. Eine wahre Herausforderung, wenn man weiss, dass bei etwa 90% der Automaten nur 1.25 Mio. herausflattert.
Der verantwortliche Manager der BNI Bank war uns dann auch behilflich bei der Organisation des Taxis, nur 20 Minuten bräuchten wir zu warten, versicherte er uns.

Nach über einer Stunde Warterei verliessen wir die Bank mit vielen Fragen. Wenn so ein Typ nicht einmal ein Taxi organisieren kann, wie will er dann eine kleine Zweigniederlassung einer Bank leiten? Ja, das ist Indonesien, man darf nicht zu viel erwarten, am besten gar nix. Am besten macht man auch alles gleich besser selber, da schneller, effizienter und vor allem nervenschonender.

Ah ja, es regnete natürlich in Strömen in Manado, was die Taxisuche relativ unangenehm gestaltete. Man muss sich eine Stadt vorstellen, die von einem Volldeppen der Extraklasse erdacht wurde. Alle Trottoire, das Wort ist eine masslose Übertreibung, bestehen aus spiegelglatten Kacheln. Gar nicht rutschig bei Regen. Das ist Indonesien. Hier wird nicht um eine einzige Ecke gedacht – nicht einmal die winzigste.

Unser Reiseziel Tomohon liegt im Hochland. Hier herrscht ein angenehmes, mildes Klima. Unsere Absteige, das Happy Flower, lag gleich am Fuss des 1580m hohen Gunung Lokon. Wir waren froh wieder ein zivilisiertes Zimmer zu haben. Weisses Leintuch, Decke und Kissen. Halbwegs richtige Dusche und richtige Toilette. Das Frühstück entpuppte sich hier als Disaster. Drei Typen standen in der Küche um nicht mehr als zehn Gäste am Morgen mit ihren Kunstwerken aus der gemütlichen Morgenstimmung zu reissen. Die Spiegeleier wurden bereits um 7 Uhr vorberietet, damit sie auch sicherlich schön kalt waren bis der erste Gast zum Frühstück eintrudelte. Fruchtsaft war erst gar nicht drin. Da mussten wir intervenieren, schliesslich bezahlten wir für das Zimmer und das Frühstück einen gehörigen Preis, wo im Minimum warme Eier, egal in welcher Form, drin liegen müssen. Im Supermarkt ergänzten wir das spärliche Frühstück mit Corn Flakes und Milch und frische Früchte besorgten wir auf dem Markt.


Innenleben eines typischen "Bemos" (Minibus, ausgeschlachtet, fette Stereoanlage, unbequeme Sitzbänke)
 
Tomohon Bus- und Bemoterminal und Markt

 
Die Bemos fahren teilweise erst los, wenn sie voll sind. Hier warteten wir eine gute halbe Stunde. Bleibt viel Zeit zum Photographieren.

Wir konnten in Tomohon nicht die Hälfte durchführen was wir geplant eigentlich hatten, da die raffgierigen Menschen aus dem Happy Flower anscheinend unter einem Realitätsverlust leiden: 100$, also mehr als einen Monatslohn hier, verlangten die Spinner, für einen Ausflug auf den Gunung Lokon, ein Halbtagesausflug. Entspräche in der Schweiz etwa 7000.- Franken.

Wir besuchten den skurrilen Markt, wo allerhand feilgeboten wird. Sozusagen vom Fisch bis zum gerösteten Hund.


Da wird alles verkauft, was das Tier zu bieten hat...nichts für zartbesaitete.



Kühlung? Braucht es nicht...


Die Biester werden hier in Käfige gesteckt, verkauft und gefressen. Nebst Hunden gehören ach Schlangen, hauptsächlich Pythons, zum Spezialitätenkabinett Tomohon's.

 
Was ist das? Flughunde, denen die Flügel abgerissen worden. Beinahe "ready to eat".


Wie man das weiterverarbeitet resp. essen soll, konnten wir bis heute nicht eruieren






Optimaler Platz zum Relaxen. Auf der Schlachtbank mitten im Blut. Des Öfteren erinnerten uns die Menschen hier an Tiere
 
 
Das war für uns das Highlight des Marktes: Gerösteter Hund




 

Der Danau (See) Linow und Danau Tondano waren eher ein Reinfall. Am Danau Tondano suchten wir eines der supertollen Fischrestaurants wie im Lonely Planet beschrieben. Zu unserem Bedauern haben wir selten so einen hässlichen Fisch gegessen. Zudem wurde der eine Fisch als Ganzes frittiert, was wir regelrecht hassen. Eigentlich bestellten wir „Ikan Bakar“, also gegrillten Fisch, aber eben, das ist Indonesien. Ziemlich frustriert machten wir uns auf den Heimweg.

 
 
Danau Linow
 
 
In Lahendong am Warten auf das Bemo.
 
 
Danau Tondano. Viel Fisch aber die Indonesier können den Fisch einfach nicht anständig zubereiten. Fisch ist übrigens nicht das einzige, das sie nicht auf die Reihe bekommen hier!
 
 
Superstar...alle wollten Fotos...unfassbar
 


Drei Nächte verbrachten wir in Tomohon. Die Lage des Städchens im Hochland ist wunderschön und auch die Umgebung ist einen Besuch wert. Kulinarisch herrscht hier absolute Wüste, ein Grauen. Immer diese frittierte Scheisse und die kleinen Fische, die viel zu lange auf dem Grill gelegen haben, Horror. Grundsätzlich besitzen de Indonesier alle wesentlichen Zutaten für die Zubereitung eines anständiges Mahls, aber nein, es wird einfach nur Reis und allerhand frittierter Mist aufgetischt. Diese Gleichgültigkeit und der Mangel an Interesse an gutem Essen bringt uns mehr als nur auf die Palme. Der Grund kann im Übrigen nicht in der Armut oder mangelnden finanziellen Ressourcen gesucht werden, es ist vielmehr einfach Desinteresse und Faulheit.



Gunung Lokon



Alles bereit für den Nationalfeiertag am 17. August...


 
schöne Verkleidung für Kinder
 
 
Yeah, respect!
 

Aus diesem Grund machten wir uns einen Tag früher auf nach Manado und verbrachten nochmals eine Nacht im geliebten Aston, wo ein riesiges Frühstücksbuffet und ein Fitnesscenter (übrigens zum selben Preis wie im Happy Flower) auf uns wartete.
 
 
Das war doch eine Überraschung im Aston Manado! Calvin (unten) der bei unserer letzten Abreise noch ein Foto geschossen hat, wusste es bestens zu inszenieren.
 
 
Calvin, einer der wenigen Indonesier, der wirklich vorausschauend denkt und effizient handelt!
Danke, das war echt top!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

sie haben einen wirklich tollen Bericht geschrieben und bebildert! Toll... Es hinterlässt einen geradezu aufschlussreichen und so überaus ehrlichen Eindruck von ihnen. Auch intelligent sind sie, vermutlich. Menschenfleisch wird dort auch angeboten. Dass haben sie vergessen. Wirklich toll sind sie. Machen sie weiter so.

Anonym hat gesagt…

Ja, ich sitmme meinem Vorredner zu. Soziale Intelligenz und Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Ländern ist gegeben. LG